Syrien und Palästina: Geheimgespräch zwischen Israel und Jordanien?

Gestern wurde im israelischen Militär-Radio vermeldet, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit dem jordanischen König Abdullah zusammengekommen sei um einen möglichen Militär-Schlag gegen Syrien auszuloten. Haupt-Thema des Gesprächs waren anscheinend die Chemischen Waffen in Syrien. Allerdings wurden auch Details aus dem Gespräch bekannt, die Palästina betreffen.

Laut Bericht des israelischen Militär-Radios sollen sich Benjamin Netanyahu und König Abdullah in der jordanischen Hauptstadt Amman getroffen und über den Syrien-Konflikt gesprochen haben. Im Geheim-Gespräch soll es neben den chemischen Waffen des syrischen Regimes auch um einen mögliche Militär-Operation gegen das Assad-Regime gegangen sein.

Wann genau jedoch das Gespräch stattgefunden haben soll, wurde nicht bekannt gegeben. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten hat die Meldung im israelischen Militär-Radio jedoch dementiert. Obgleich Zweifel an dem möglichen Gespräch bestanden gehen Experten davon aus, dass es tatsächlich zu einem solchen Gespräch gekommen ist.

Im Militär-Radio meldete sich auch Mosche Jalon, Vize-Premierminister, zu Wort und erklärte, dass Jordanien und Israel gemeinsame Ziele hätten. Gleichzeitig erklärte Yaalon, dass man bisherige Meldungen über den Einsatz von chemischen Waffen in Syrien nicht bestätigen könne. Trotz allem verfolge man die Lage in Syrien mit großer Sorge.

Hintergrund für ein solches Gespräch könnte auch die Furcht Israels sein, dass chemische Waffen in Syrien der Hisbollah in die Hände fallen. Dies hätte massive Auswirkungen auf die Sicherheit des Landes, weil die Hisbollah und der Iran eng miteinander arbeiten und immer wieder das Existenz-Recht Israels in Abrede stellen und dem Land mit Auslöschung drohen.

Sollte tatsächlich die Möglichkeit bestehen, dass radikale Kräfte an die Chemischen Waffen kommen, wird sich Israel wohl nicht mehr aus dem Konflikt heraushalten können und direkt mit Militär-Schlägen eingreifen müssen – dann wahrscheinlich auch mit jordanischer Unterstützung.

Palästina anscheinend auch Thema

Interessanter ist jedoch, was die für ihre Nähe zum israelischen Geheimdienst Mossad bekannte Seite Debkafiles über das Treffen zwischen Netanyahu und Abdullah berichtet. Anscheinend ging es in dem Geheim-Gespräch nicht nur um Syrien, sondern auch um einen möglichen palästinensischen Staat in der West-Bank.

So wird es nach us- und israelischen Quellen, die Debkafiles vermeldet in den nächsten Monaten wieder zu Gesprächen zwischen Palästinensern und Israelis kommen, ohne jedoch die heiklen Themen wie den Status von Jerusalem, die Rückkehr von Flüchtlingen oder die Siedlungen von Juden anzusprechen. Die Gespräche sollen im Anschluss an die Wahlen in Israel wieder vorangetrieben werden.

Um den Friedensprozess wieder zu starten wird vor allem auf den Partner Jordanien gesetzt, aber auch solche Länder wie Ägypten, Türkei und Qatar sollen in die Gespräche eingebunden werden. Diese Staaten gelten als pro-amerikanisch und sunnitisch und werden daher im Friedensprozess begrüßt.


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