Wort zum Freitag: Predigten die Nichts taugen…

Letztens in einer [wpseo]Moschee[/wpseo] irgendwo in Deutschland. Es ist [wpseo]Freitag[/wpseo]. Der [wpseo]Imam[/wpseo] steigt auf die [wpseo]Kanzel[/wpseo] und predigt über den [wpseo]Islam[/wpseo]. Während er seine [wpseo]Predigt[/wpseo] hält kommt er auch auf ein Thema zu sprechen, dass er als wichtig erachtet. Es geht um den Missbrauch der Sozialsysteme in Deutschland. Der Imam kritisiert die unnötigen Krankmeldungen von [...]

Letztens in einer [wpseo]Moschee[/wpseo] irgendwo in Deutschland. Es ist [wpseo]Freitag[/wpseo]. Der [wpseo]Imam[/wpseo] steigt auf die [wpseo]Kanzel[/wpseo] und predigt über den [wpseo]Islam[/wpseo]. Während er seine [wpseo]Predigt[/wpseo] hält kommt er auch auf ein Thema zu sprechen, dass er als wichtig erachtet. Es geht um den Missbrauch der Sozialsysteme in Deutschland. Der Imam kritisiert die unnötigen Krankmeldungen von Arbeitnehmern, er bezeichnet solche Dinge als [wpseo]haram[/wpseo] (islamisch verboten) und erklärt, dass man durch solch ein Verhalten dem Arbeitgeber schadet. Wer seinem Arbeitgeber schadet, schadet der gesamten Volkswirtschaft, den Sozialkassen wie eben auch dem gesamten Deutschen Staate.

Die Angelegenheit, die der Imam aufgreift, ist eine wichtige Angelegenheit. Es ist sicherlich moralisch verwerflich wenn ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber über seinen Gesundheitszustand belügt und betrügt. Inhaltlich stimmt das Ganze also und es gibt kaum eine Kritik, die man hier anbringen könnte, die dem widersprechen könnte, was der Imam sagt (wenn man nicht gerade den Sturz und die Vernichtung des Systems in Deutschland als Ziel hat).

Ein Problem ergibt sich allerdings aus einem anderen Blickwinkel heraus. Ein Blick auf die Person, die diese Predigt mit den Gläubigen teilt. Der Imam, der die Predigt hält und das Verhalten von so manchem Arbeitnehmer kritisiert, ist selbst Arbeitgeber. Es zeigt, dass er in der Angelegenheit natürlich keine neutrale Position einnehmen kann, er gehört halt zu einer betroffenen Gruppe bei diesen Themen.

Das eigentliche Problem jedoch ist, dass der Imam als Arbeitgeber moralisch höchst verwerflich wirtschaftet. Er hat es zu verantworten, dass die Mitarbeiter und fest Angestellten in seiner Moschee mit Hungerlöhnen auskommen müssen. Er hat es zu verantworten, dass diese Mitarbeiter, einen Teil ihres Lohns von der ARGE beziehen müssen. Er hat es zu verantworten, dass Mitarbeiter ausgebeutet werden und oftmals unbezahlte Überstunden leisten müssen. Hinzu kommen die zahlreichen Schwarz-Arbeiter und Unter-Tarif-Beschäftigten…

Davon spricht der Imam in seiner Predigt nicht, und obwohl es sicherlich Jeder in seiner Gemeinde weiß, wird diese Ungerechtigkeit von Niemandem angesprochen.

Es bleibt ein übler Nachgeschmack beim Thema. Wie soll man einen Prediger ernst nehmen, der nicht mit bestem Beispiel vorangeht? Ist es nicht verantwortungslos, wenn Autoritätspersonen und Personen zu denen man aufblickt, sich moralisch verwerflich verhalten?

Der Kapitalismus hat leider in allen Teilen der Gesellschaft Fuß gefasst. Statt einer sozialen Marktwirtschaft und der sozialen Gerechtigkeit pflegen wir die Ausbeutung von Menschen – egal welche moralischen Maßstäbe wir im Grunde erst einmal ansetzen. Es geht in allen Fällen des Wirtschaftens nur noch um eines – um den Profit bzw. um den größtmöglichen Profit.

Das ist Schade. Es korrumpiert die Gesellschaft und stürzt sie langfristig in eine Krise, weil die Verantwortungslosigkeit überhand gewinnt. Gewissenloses wirtschaften bedeutet aber auch, dass sie alle Werte und Normen, die sie von ihrer Religion auferlegt bekommen, über Bord geworfen haben. Ein vernünftiger und gerechter Umgang, auch im heiklen Bereich der Wirtschaft, muss jedoch zumindest im Kern gewährleistet sein.

In diesem Sinne wünsche ich mir mehr Prediger, die hinter ihren Worten stehen und weniger Prediger, die A sagen und B tun. Denn die Prediger in diesem Land sind die Vorbilder für die Gemeinschaften. Wenn sie sich moralisch verwerflich verhalten, wer kann es dann den Mitgliedern der Gemeinschaft verdenken, wenn sie sich ähnlich aufführen?

Nachtrag: Über die soziale Plattform facebook wurde ich darauf angesprochen, dass es ja nicht in allen Moscheen der Fall ist, dass Imame als Arbeitgeber auftreten. Nein, natürlich nicht. Dies galt in diesem Einzelfall. Natürlich leisten zudem Imame in Deutschland eine hervorragende Arbeit. Worum es mir vor allem in diesem Artikel ging ist zu hinterfragen, ob die Menschen, die uns Moral predigen, selbst diesem Anspruch gerecht werden. Es ist kein Fall, der stellvertretend für alle anderen Fälle steht, sondern ein Fall, der zum Nachdenken und wenn möglich korrigieren, der eigenen Ansichten, anregen soll.

23. Februar 2012,

Kategorie(n): Islam



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