Vorträge mit Powerpoint

Schon früh musste ich lernen mit der Präsentations-Software PowerPoint aus dem Hause Microsoft umzugehen. Gerade als Student an einer Fakultät und Einrichtung, in der es zahlreiche Kurse gibt, in denen präsentiert wird, weiß ich leider aus eigener Erfahrung was man so alles falsch machen kann, wenn man sich als Redner dem Kult der Powerpoint – [...]

Schon früh musste ich lernen mit der Präsentations-Software PowerPoint aus dem Hause Microsoft umzugehen. Gerade als Student an einer Fakultät und Einrichtung, in der es zahlreiche Kurse gibt, in denen präsentiert wird, weiß ich leider aus eigener Erfahrung was man so alles falsch machen kann, wenn man sich als Redner dem Kult der Powerpoint – Projektion hingibt.

Mit diesem kleinen, aber bestimmt durchaus praxisnahen Artikel möchte ich einige Anregungen geben, wie man einen Vortrag mit Hilfe von PowerPoint richtig hält. Dabei sind meine Anregungen nicht nur als Anregungen zu verstehen, sondern als klare Aufforderungen, damit eine Präsentation auch wirklich gelingt und die Zuhörer sich nicht unnötig langweilen und ärgern müssen.

Einiges von dem hier wird ihnen sicherlich banal vorkommen, aber glauben sie mir, dass wird oft falsch gemacht.

Vorzüge

Die Vorzüge einer Präsentationssoftware liegen auf der Hand. Statt irrsinnig lange an Folien herumzudoktern bis der Text und die Grafiken stimmen, braucht man nur noch hier und da Text, Zahlen, Bilder und Typ einzugeben und die Präsentationen werden quasi von Geisterhand fertig erstellt. Dazu kommt noch, dass da jetzt farbige Sätze ins Blickfeld springen und neben der Animation von Haus aus, auch noch schöne Ton- und Videodateien mit eingebunden werden können.

PowerPoint erleichtert einem vor allem den Aufwand für Präsentationen. Ein Großteil der mühsamen Kleinarbeit braucht nicht mehr getan zu werden. Änderungen und Verbesserungen können sofort vorgenommen werden. Layouts können sofort eingebunden und genutzt werden, auch von Laien und Ungeübten, dank vieler Vorlagen (die z.T. auch kostenlos von Community-Usern erstellt und zum download bereitgestellt werden).

Aber gerade diese Vorzüge sind nicht unbedingt nur positiv zu bewerten. Sie werden leider viel zu oft von den Vortragenden missbraucht.

Anfänger-Fehler

Ob man es glaubt oder nicht. Fast 90% aller User von PowerPoint nutzen maximal 20% der Möglichkeiten die dieses Programm ihnen bietet. Viele verfallen sogar, indem Glauben sie müssten mehr tun, leider den herkömmlichen Anfänger-Fehlern.

Ich liste hier einige schematisch auf um einen kleinen Überblick und Anregungen zu geben.

Kopierte Folien

Leider ist PowerPoint auch selbst so ausgelegt, dass es sich quasi dafür gut eignet, dass Layout von Präsentationen zu kopieren. Oftmals greifen die ungeübten User auch auf Vorlagen zurück die mitgeliefert werden. So sieht eine Präsentation genauso aus wie andere auch. Auch darauf sollte man verzichten, es sei denn die Firma hat ein Corporate Design wonach man gehen muss. Ansonsten langweilt das Publikum schon die Aufmachung einer Präsentation. Dabei kann man sich diesem Fehler entziehen, wenn man auch die verschiedenen Variationen wirklich nutzen würde. Gerade durch die Kombination von Vorlagen, Design und Farbvorgaben können deutliche Abgrenzungen und Akzente gesetzt werden.

Mitgelieferte Cliparts

Liebe Freunde. „Bohnenmännchen“ waren sicherlich in den 90er Jahren der Hit, weil man damals keine Bilder in Präsentationen so schön einbauen konnte, aber wir sind jetzt doch hoffentlich endlich mal derselben Meinung, dass diese Bilder uns seit mehr als 10 Jahren auf den Wecker gehen. Deshalb hüten sie sich davor auch nur eines der mitgelieferten Bilder aus den Cliparts für ihre Präsentation zu verwenden. Das nervt nicht nur, sondern ist eindeutig out.

Verzichten sie auf Sound

Es mag ja schön sein bei Übergängen auch eine Musik-Datei für ein Geräusch zu haben, allerdings lenkt das meistens eher ab. Die Aufmerksamkeit gilt bei solchen Tönen nicht mehr dem Vortragenden sondern der PowerPoint-Präsentation. Verzichten sie drauf.

Verzichten sie auf Animationen

Ich sehe das leider immer noch. Da werden Bilder über Bilder gelegt. Alles auch noch schön animiert. Das Problem ist nur, dass solche Präsentationen den Zuhörer und in diesem Fall Zuschauer irgendwann langweilen. Man verliert die Lust dran dem Ganzen noch zu folgen. Lieber etwas weniger Bilder nutzen, die dafür aber aussagekräftiger sind.

Zu viele Bilder

Was auch früher galt, gilt auch bei PowerPoint. Zu viele Bilder sind ein Unding. Das ist nichts weiter als ein Folienkrieg. Man sollte immer darauf achten, dass nicht alles was man bebildert darstellen kann, auch wirklich als Bild dargestellt werden sollte. Also… Weniger ist oftmals mehr.

Zu viel des Guten

Es passiert immer häufiger, dass man der Meinung ist, man müsse so viel von den Möglichkeiten nutzen, dass man es leider übertreibt. Bestes Beispiel ist, dass der Bildablauf, die Übergänge und ähnliches von Folie zu Folie so unterschiedlich gehandhabt wird, dass die eine Folie mal von rechts, mal von links, mal von oben und mal von unten kommt. Das ist niemals ideal. Besser ist es, eine einheitliche Linie zu fahren. Ist die erste Folie von links gekommen, dann bleiben sie auch bei den nächsten Folien dabei. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Verzichten sie auf Schnick – Schnack und halten sie ihre Folien lieber schlicht und einfach.

Langsam bitte!

Manche Leute übertreiben es mit dem Tempo. So wird schnell von einer Folie zur anderen geklickt. Dabei kann man weder dem lauschen was da erzählt wird, noch was da auf der Folie steht. Also agieren sie langsam. Denn verstehen kann nur gelingen, wenn man sowohl ihnen als auch der Präsentation folgen kann.

Nicht den Kontakt verlieren

Was überhaupt nicht geht, dass ist Jemand der einen Vortrag hält und gar keinen Kontakt mehr zu den Zuhörern hat. Das klingt banal, aber es ist eines der größten Fehler die gemacht werden. Dazu gehört auch, dass man entweder eine Funk-Maus hat oder einen Präsentator (Fernbedienung) um die Folien zu wechseln. Denn oftmals sind die Redner damit beschäftigt am Gerät selbst die Folie umzuschalten.

Stellen sie als Redner immer wieder Fragen an die Zuhörer. Das weckt die Aufmerksamkeit und sorgt auch dafür, dass der Kontakt erhalten bleibt. So können sie sich auch vergewissern, ob das was sie weitergeben wollten auch wirklich angekommen ist.

29. Dezember 2011,

Kategorie(n): Schule und Co.



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