Israel: Repressionen gegen Muslime nehmen zu
Die rechtsgerichtete nationalistische Regierung unter dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bemüht sich nicht nur darum Muslime in Gaza zu bombardieren, sondern auch darum das religiöse Leben der Muslime gänzlich aus Israel zu verbannen. Es zeugt schon von großer Schwäche wenn politischen Führern in Zeiten der Krisen nichts anderes einfällt als Feindbilder zu erschaffen und diese [...]
Die rechtsgerichtete nationalistische Regierung unter dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bemüht sich nicht nur darum Muslime in Gaza zu bombardieren, sondern auch darum das religiöse Leben der Muslime gänzlich aus Israel zu verbannen.
Es zeugt schon von großer Schwäche wenn politischen Führern in Zeiten der Krisen nichts anderes einfällt als Feindbilder zu erschaffen und diese scheinbar zu bekämpfen. Anders ist es auch nicht um den israelischen Ministerpräsidenten bestellt.
Während Benjamin Netanyahu bald vor einer neuen Wahl steht, und die Bevölkerung weiterhin keinen bezahlbaren Wohnraum findet, versucht sich der israelische Premier als Hardliner einen Namen zu machen, um wenigsten bei Ultranationalisten und Konservativen zu punkten.
Der neueste Vorstoß der Regierung Netanyahu ist allerdings ein direkter Angriff auf die Muslime, sowie das muslimische Leben im ganzen Land. Netanyahu möchte auf Anregung seines Menschenverachtenden Außenministers Avigdor Liebermann ein Verbot für den muslimischen Gebetsruf durchsetzen. [1]
Man stelle sich mal vor… Jerusalem, in dem 1000 Jahre lang Muslime, Juden und Christen in Frieden und Nebeneinander leben konnte, dass heilige Land für diese drei Religionen, “befreit” vom Gebetsruf?
Das ist ein Angriff auf die Kultur und Geschichte der Region. Und nichts anderes bezweckt die Idee von Netanyahu. Während er endlich mal aufwachen und die Geschichte der Region verinnerlichen sollte, begründet er allerdings das Verbot durch Europa.
Netanyahu erklärt, man brauche ja nicht freier als Europa zu sein, dass ja halt auch Gebetsrufe verbiete.
Was muss das für ein Mensch sein, der sein Land und die Geschichte dieses Landes und des Bodens auf dem er steht gänzlich auslöschen möchte.
Muslime gehören zum Bild in Israel, genauso wie in den Palästinensischen Autonomiegebieten dazu. Das muslimische Leben gehört dazu und es wird einem rechtsextremen Politiker wie Netanyahu nicht gelingen, dieses Leben auszulöschen – dieses Vermächtnis der Geschichte zu beenden.
Das Verhalten der Regierung Netanyahu ist zudem nicht einfach nur zufällig. Seit Jahren schon gibt es durch die Politik Angriffe gegen Muslime und ihre Heiligtümer. Dazu gehört auch, dass die Repressionen gegen Muslime im Land seit Jahren zunimmt. Erst kürzlich wurden die Zugänge zu den Moscheen in Jerusalem, insbesondere zur Al Aqsa Moschee wieder einfach mal grundlos gesperrt. Seit Jahren wird versucht Muslime aus ihren Häusern in Ost-Jerusalem zu vertreiben um dort Siedlungen für Juden zu bauen. Ein Baustopp für illegale Siedlungen auf dem Land von Palästinensern wird hinausgezögert und abgelehnt.
Diese Dinge werden unterdessen von den USA wie auch der EU und insbesondere von Deutschland, unterstützt. Sie schweigen sich zu dieser Thematik weitestgehend aus. Sollte Kritik aufkommen, so bleibt es nur bei Lippenbekenntnissen – es kommt zu keinen Handlungen und Taten, die die israelische Führung zum Umlenken bewegen könnten.
Vernünftige Stimmen sind selten anzutreffen, wenn die Repressionen gegen Muslime gerichtet sind. In dieser Debatte jedenfalls haben sich nur einzelne unbedeutende Stimmen erhoben. Einzig der israelische Präsident Schimon Peres hat sich heute in der Yedioth Akhnoroth [2] zu diversen Themen kurz geäußert, die ihm antidemokratisch erscheinen. Leider hat der Präsident im System Netanyahu jedoch kaum eine Bedeutung. Und trotzdem… Er hat Recht wenn er sagt: “Keine Demokratie, ohne Toleranz!”
Quellen
[1] Haaretz
[2] http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4160996,00.html
14. Dezember 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Islamfeindlichkeit, Politik

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




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