Karikaturen
Die französische Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo benennt sich in Charia Hebdo um, tut so als hätte sie den Propheten zum Chef-Redakteur umbenannt, bepisst Muslime und Moscheen und der Chefredakteur der Zeitschrift stellt sich hin und sagt: “Wir wollten Muslime nicht provozieren.” Das so ein tun durchaus dazu geeignet ist, Menschen zu provozieren, zeigt sich an dem [...]
Die französische Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo benennt sich in Charia Hebdo um, tut so als hätte sie den Propheten zum Chef-Redakteur umbenannt, bepisst Muslime und Moscheen und der Chefredakteur der Zeitschrift stellt sich hin und sagt: “Wir wollten Muslime nicht provozieren.”
Das so ein tun durchaus dazu geeignet ist, Menschen zu provozieren, zeigt sich an dem Anschlag auf das Büro der Macher. Ein Molotov-Cocktail wurde in das Büro der “Satiriker” geworfen. Computer und viele Unterlagen sind zerstört, die Macher müssen sich nach neuen Räumlichkeiten umsehen. Gleichzeitig sehen sie sich plötzlich als Opfer.
Mal im Ernst. Ich gehe auch nicht rum und beleidige irgendwelche Christen und hoffe dann, dass nichts passiert.
Charlie Hebdo hat Erfahrung mit der Provokation. Sie weiß um der Gefahren ihres Handelns und hätte vorbereitet sein müssen. Natürlich ist ein Anschlag mit nichts zu rechtfertigen, aber sich als Opfer aufzuspielen ist einfach nur lächerlich.
Gleichzeitig zeigt sich die Mehrheit der Muslime, jenseits von Terror-Organisationen wie Al Qaida ziemlich gelassen. Die Beleidigung durch die Propheten-Karikaturen seinerzeit durch das rechtsextreme Blatt Jyllands Posten haben mit dazu beigetragen, dass man solche Dinge lockerer nimmt.
Die organisierten Muslime in Frankreich bereiten jedenfalls eine Klage gegen Charlie Hebdo vor, und das ist auch richtig. Die Verletzung von religiösen Gefühlen und Volksverhetzung ist im Übrigen strafbar, auch in Deutschland.
Die Frage sollte uns aber beschäftigen ob wir als Muslime insgesamt nicht lockerer mit solchen Veranstaltungen wie das von Charlie Hebdo umgehen müssten. Das Satire Magazin Titanic hat dazu eine interessante Seite aufgebaut. Es bringt die ganze Sache auf den Punkt.
Auf der Service-Seite für Islamisten kann man sich durch eine illustre Bebilderung durchklicken und bei schockierendem Inhalt auch mal auf ein Molotow-Cocktail oben im Bild klicken, was den Header dann auch in Brand setzt.
Wer auf solchen Schwachsinn anspringt, ist halt selber schuld. Der Prophet (saw) ist jedenfalls sowohl über diese hasserfüllte Kritik von Charlie Hebdo als auch sonstiger Bebilderungen, die ihn keinesfalls tangieren, erhaben.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Diskussionen wegen der Propheten-Karikaturen. Wenn die Muslime sich nicht hätten so leicht provozieren lassen und endlich eingesehen hätten, dass solche Bebilderungen dem Islam wie auch dem Propheten (saw) nichts anhaben, dann wären weder die Jyllands Posten noch die Islamfeindlichkeit so gut bei der Mehrheitsbevölkerung angekommen. Es bringt uns nichts solche Subjekte die eben durch die Provokation versuchen ihr Dasein zu bereichern, zu beachten.
Wir müssen diese Organisationen und Islamophoben Arschlöcher einfach ignorieren, oder eben mit eigenen Karikaturen zu solchen Machenschaften antworten.
In diesem Sinne erzähle ich gerne auch eine Geschichte vom Propheten. Einst kam ein Mann zu ihm, der ihm sagte, er sei die hässlichste Person die er je gesehen hat. Der Prophet sagte: “Du hast recht gesprochen.” Dann sagte einer der Gefährten: “Du bist die schönste Person die ich je gesehen habe” und der Prophet sagte erneut: “Du hast recht gesprochen.”
Natürlich erkennen wir sofort, dass hier ja ein Widerspruch besteht. Auf diesen Widerspruch angesprochen sagte der Prophet: “Ich bin wie ein Spiegel für die Seele. Jeder der mich ansieht, sieht das was tief in seiner Seele drin ist.”
In diesem Sinne sagen Karikaturen und Provokationen gegenüber Muslimen, all der Stoff der Islamfeindlichkeit, viel mehr über die Urheber aus, als über den Islam und den Propheten. Ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns allen gut tun…
2. November 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Medien
Tags: beleidigung, charlie hebdo, frankreich, islam, karikaturen, muslime, prophet, satire, spiegel, titanic

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




Ein sehr guter Beitrag. Vorallem der Hadith mit dem Spiegel ist super. Mach weiter so inschAllah.