Reifenwechsel selber machen…
Ich lese gerade, dass 40% aller männlichen Autofahrer sich nicht zutrauen einen Reifenwechsel selbst vorzunehmen. Bis gestern gehörte ich auch zu diesem Prozentsatz, heute sieht die Welt freilich anders aus. Doch wie soll man eigentlich einen Reifenwechsel vornehmen, wenn man das noch nie zuvor gemacht hat? Eine Anleitung für alle dummen Leute wie mich Der [...]
Ich lese gerade, dass 40% aller männlichen Autofahrer sich nicht zutrauen einen Reifenwechsel selbst vorzunehmen. Bis gestern gehörte ich auch zu diesem Prozentsatz, heute sieht die Welt freilich anders aus. Doch wie soll man eigentlich einen Reifenwechsel vornehmen, wenn man das noch nie zuvor gemacht hat? Eine Anleitung für alle dummen Leute wie mich
Der weiterhin mir treu gebliebene Leser weiß es… Ich bin was handwerkliche Themen angeht ein Noob (ein Neuling). Jemand wie ich, der für ein IKEA Regal durchaus mal 6 Stunden benötigt und auch nicht mal bis zum letzten Jahr gewusst hat wie man Luft aus den Heizungsrohren raus bekommt, interessiert sich halt nicht für solche Themen. Aber beim Thema Auto, gibt es doch ein gewisses Interesse.
Zunächst einmal gehöre ich zu den Menschen die sich bis heute nicht zu schade dafür waren zur Werkstatt zu fahren und sich die Winterreifen rauf packen zu lassen – gegen ein Entgelt versteht sich (ca. 10 – 40 €, je nach Werkstatt unterschiedlich).
Allerdings überlegt man dann doch mal wieso man eigentlich eine einfache Aufgabe irgendwelchen Profis überlässt, wo man das doch auch selbst machen kann. Ich meine, zu wissen wie man einen Reifen wechselt kann doch gar nicht schaden, und wenn man eh alles da hat was man dafür braucht, dann spart man auch noch Geld, die man sonst in der Werkstatt ausgegeben hätte.
Also ein paar Gründe. Sie sind sicherlich nicht überzeugend, aber immerhin.
Um das klarzustellen, ich bin der Ansicht, dass Winterreifen ab einer normalen und stetigen Temperatur von ca. 7 Grad Celsius und drunter, unbedingt aufgesetzt werden sollten. Das Wetter in Hamburg ist gerade soweit.
Was braucht man nun für den Reifenwechsel?
Zunächst einmal sollte man sich die Reifen zurechtlegen und nach Möglichkeit auch wissen, wo sie angebracht werden sollen. Am besten stellt man die Reifen bereits so hin, wie sie dann rauf kommen sollen. Neben den Reifen braucht man einen Schlitz-Schraubenzieher, ein Radkreuz, Kreide, einen Wagenheber und einen Eimer mit klarem Wasser und einem Schwamm.
Bevor man überhaupt die Reifen abnimmt, sollte man zunächst diese mit dem Schwamm und klarem Wasser säubern – denn Reifen die schmutzig gelagert werden, können Schaden nehmen. Auch sollte man nach dem säubern auch auf eine vernünftige Trocknung der Reifen warten, oder eben selbst per Hand trocknen – sonst kann die Folge Rost sein, der auch die Sicherheit gefährden kann.
Bevor wir uns dann an die Arbeit machen, ziehen sie die Handbremse und legen sie den ersten Gang ein.
Jetzt nehmen wir den Schlitzschraubenzieher und heben die Radkappen an um diese zu entfernen. Dann lösen wir (nicht vollständig, vielleicht nur bis zur Hälfte, oder einfach nur etwas) die Radmuttern. Dann heben wir den Wagen mit dem Wagenheber vorsichtig an der markierten Position des Autos an (die richtige Position kann man entweder anhand von Kerben an der richtigen Stelle erkennen, oder man liest sie einfach in der Betriebsanleitung nach).
Wichtig ist, dass man sich unter gar keinen Umständen unter das Fahrzeug begibt, denn vielfach ist es schon vorgekommen, dass Wagenheber nachgegeben haben. Deshalb heben sie das Fahrzeug nur vorsichtig an und achten drauf, dass sie nicht drunter kommen!!!
Wenn der Reifen nun vollständig frei in der Luft steht kann man ihn abnehmen. Überprüfen sie aber noch einmal zur eigenen Sicherheit ob der Wagenheber auch nicht nachgibt.
Radmuttern komplett ablösen und den abgenommenen Reifen markieren (z.B. VR für Vorne Rechts). Die Markierung am besten mit Kreide vornehmen.
Den neuen Reifen auf die Radnarbe (so nennt sich das halt wo es drauf muss) stecken. Ziehen sie die Radmuttern an. Achten Sie dabei darauf, dass sie es über Kreuz aufziehen. Ziehen sie die Radmuttern aber nicht vollständig auf.
Lassen sie das Fahrzeug wieder langsam ab bis es den Boden berührt und ziehen sie dann die Radmuttern vollständig an. Stecken sie danach die Radkappen wieder an und der Reifenwechsel ist vollständig durchgeführt.
Ach ja, vorsichtshalber, insbesondere bei Alu-Felgen, nach 50 – 100 Km prüfen ob sich die Radmuttern gelöst haben und nachziehen.
Und tatsächlich, wer es einmal gemacht hat, findet sogar Spaß dran und pfeift auf die Euros für die Werkstatt… Ein Gefühl von überragender Männlichkeit kann sich einstellen, deshalb nicht gleich ausflippen und auf dem Boden bleiben… Andere Männer machen sowas zum Frühstück und brauchen keine drei Stunden
30. Oktober 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Alltag
Tags: auto, handwerk, radkreuz, reifen, reifenwechsel, schraubenzieher, wagenheber, wechsel, werkstatt, winterreifen

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




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