Hypo Real Estate: 50 Mrd. einfach so übersehen?

Die verstaatlichte Hypo Real Estate Bank hat unerwartet einen weniger großen Verlust gemacht. Anscheinend ist ein Bilanzierungsfehler aufgetreten, der erst jetzt entdeckt wurde. Die Opposition fordert zwar lückenlose Aufklärung darüber wie es dazu kommen, dass ganze 50 Mrd. Euro einfach mal so übersehen werden konnten, allerdings versucht man eher den Eindruck zu erwecken, der Finanzminister [...]

Die verstaatlichte Hypo Real Estate Bank hat unerwartet einen weniger großen Verlust gemacht. Anscheinend ist ein Bilanzierungsfehler aufgetreten, der erst jetzt entdeckt wurde. Die Opposition fordert zwar lückenlose Aufklärung darüber wie es dazu kommen, dass ganze 50 Mrd. Euro einfach mal so übersehen werden konnten, allerdings versucht man eher den Eindruck zu erwecken, der Finanzminister sei nicht Herr der Lage. Ein gefährliches Spiel.

Wer sich nur ein bisschen mit Bilanzen auskennt, der weiß, dass Fehler in den Posten oft über Jahre hinweg nicht entdeckt werden müssen. Meistens fällt das Ganze dann doch auf, weil ein guter Prüfer sich die Daten für die Bilanzen genauer angesehen hat oder aber weil das Unternehmen in der Krise steckt und demnächst veräußert werden soll.

Fehler in Bilanzen sind eigentlich nichts ungewöhnliches. Wer sich mit dem Berufsbild des klassischen Bilanzierers ein bisschen auseinandersetzt dürfte feststellen, dass diese Damen und Herren total überarbeitet sind und unter enormem Druck stehen. Unter solchen Gesichtspunkten ist es nur natürlich, dass Fehler gemacht werden.

Es gibt zwar bestimmte Mechanismen um Fehler zu entdecken, die greifen allerdings nur bei Plausibilitätsprüfungen in Bezug auf Aktiv- und Passivposten. Wer allerdings z.B. bei Abschreibungen und bei der Bewertung von Aktienpapieren patzt, dem fällt der Fehler oft über Jahre bis zum Ende der Nutzung quasi gar nicht auf.

Was genau passiert sein könnte, wage ich derzeit nicht zu prophezeien, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass bestimmte Werte unterbewertet worden sind und quasi über Jahre hinweg mit diesen Werten weiter notiert wurden. Auch ein Zahlendreher oder eine falsche Komma-Stelle könnten dazu beigetragen haben.

Der Finanzminister dürfte sicherlich noch Aufklärung über diesen nun publik gewordenen kuriosen Fall bringen. Es bringt allerdings nichts an der Kompetenz des Ministers und damit insgesamt an der Fähigkeit von Schäuble zu zweifeln. Dies führt eher nur zu neuen Turbulenzen auf den Märkten, weil das Vertrauen in die Regierung sinken dürfte.

Aber für so einen Fehler kann der Schäuble nun ganz bestimmt nichts… Er stellt nämlich die Bilanzen nicht auf… Das weiß die Opposition auch, versucht sich aber dennoch im grundlos herumnörgeln…

29. Oktober 2011,

Kategorie(n): Politik
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