Schuldenkrise: Irrsinn der Politik
Ich glaub mein Schwein pfeift… Nun gut, ein Schwein habe ich natürlich nicht… Aber ein Sparschwein habe ich… Da kommt von Zeit zu Zeit einfach etwas Geld rein für alle Fälle. Als einen solchen Sparschwein verkauft man uns derzeit aber den Europäischen Rettungsfonds, der sich hinter diesem sperrigen Begriff EFSF verbirgt. In Wirklichkeit ist das [...]
Ich glaub mein Schwein pfeift… Nun gut, ein Schwein habe ich natürlich nicht… Aber ein Sparschwein habe ich… Da kommt von Zeit zu Zeit einfach etwas Geld rein für alle Fälle. Als einen solchen Sparschwein verkauft man uns derzeit aber den Europäischen Rettungsfonds, der sich hinter diesem sperrigen Begriff EFSF verbirgt. In Wirklichkeit ist das aber nichts anderes als der verzweifelte Versuch der Politik sich den Anforderungen und nötigen Anpassungen zu verweigern. Statt einem “Wir erkennen unseren Fehler und lösen die Probleme” gibt es von Merkel und der jetzigen Koalition wie auch aus der ganzen EU eigentlich nur eine Devise: “Weiter So!”. So wird eigentlich nur hinausgezögert, was man schon längst hätte tun sollen und die Krise wird uns noch stärker und schlimmer treffen als bisher.
In diversen Medien wurde heute erklärt Finanzminister Schäuble und die Bundeskanzlerin Merkel seien für die Aufstockung des Rettungsfonds auf 1000 Milliarden EUR. Einige britische Blätter berichten sogar, dass Deutschland und Frankreich das doppelte reinhauen wollen. 1 – 2 Billionen EURO im Rettungsfonds? Hallo? Gehts noch???!!!
Seit mehr als einem Jahr fordern die wichtigsten Ökonomen und Experten des Landes den sogenannten Schuldenschnitt für Griechenland. Das Land müsste in einem solchen Szenario seine Schulden auf mindestens die Hälfte erlassen bekommen – das kommt einem Bankrott gleich (die Rating-Agenturen würden in einem solchen Fall das Land als Total-Ausfall bewerten). Denn Griechenland hat kaum etwas anzubieten und ist in seiner Verschuldung schon weit über dem, was das Land selbst aufbringen könnte. Man spricht von einer Überschuldung. [1]
In einem solchen Szenario denken unsere Vertreter allerdings gar nicht daran, dass Land Pleite gehen zu lassen. Stattdessen wird es weiterhin finanziell versorgt. Es gibt die Sorge, dass nach Griechenland andere Staaten in den Bankrott driften würden und ein finanzielles Debakel für den EURO verheerende Folgen hätte.
Auch hier haben sich die Experten zu Genüge ausgetobt und sich größtenteils der Meinung, dass Griechenland die EURO-Zone verlassen sollte, geeinigt. [2]
Das wird von Proleten und nichts-ahnern als Populismus abgetan, aber die Wahrheit sieht völlig anders aus.
In Wirklichkeit ist es so, dass man zunächst einmal begreifen muss, dass die Verschuldung Griechenlands weit mehr beträgt, als das Land in einem Jahr durch wirtschaftliche Leistung zusammentragen könnte. Griechenland ist seit mehr als einem Jahr jetzt Pleite. Das wissen alle Akteure auf dem Finanzmarkt.
Das Land wird aber aus den Ängsten über die Folgen heraus künstlich am Leben erhalten. Hierfür machen wir neue Schulden.
Um es salopp zu sagen, der Euro-Rettungsfonds, der erst kürzlich von unseren nichts-wissenden oder ignoranten Politikern abgesegnet wurde, ist die Absicherung für die Staatspleite Griechenlands. Das diese kommen wird, daran zweifelt eigentlich Niemand. Die Frage ist nur, wann und wie hoch wird die Summe sein, für die man haftet?
Deutschland haftet bereits jetzt im Ernstfall mit mehr als 200 Milliarden EURO. Bei einer Aufstockung dürfte diese Summe dann auf 400 – 500 Milliarden EURO steigen. Geld, dass Deutschland gar nicht hat. Man verpflichtet derzeit die Menschen und die Bevölkerung dazu die Kosten einer Staatspleite Griechenlands zu tragen. Das bedeutet am Ende, dass die Gläubiger unter anderem vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden.
Dies wiederum bedeutet nichts anderes, als das viele Banken auf unser Geld zur erneuten Rettung hoffen dürfen.
Das die Staaten der Reihe nach ihre Bonitäten verlieren und jetzt auch Frankreich im Visier der Rating-Agenturen steht, kommt nicht von ungefähr.
Statt ein Ende der Verschuldung zu vereinbaren und einen Schuldenschnitt, so schmerzlich er auch ist, durchzuziehen, verständigt sich ganz Europa darauf, neue Schulden zu machen. Man hat kein Geld, also macht man neue Schulden.
Dass diese Spirale irgendwann die gesamte EU und damit einhergehend die gesamte Welt in eine der größten Krisen unserer Zeit stürzen wird, dürfte auch dem dümmsten Politiker nicht entgangen sein. Der Kanzlerin und dem Finanzminister aber anscheinend schon. Die Menschen verstehen größtenteils gar nicht was geschieht und das wird von Ignoranten ausgenutzt um schnell Unsummen und Unmögliches auf den Weg zu bringen.
Der Zerfall der gesamten EU und das Ende des EURO werden mit solchen Schritten aber eher noch weiter verstärkt werden.
Am Ende braucht Europa ein echtes Sparprogramm, für alle Länder. Denn die Probleme vieler Staaten sind zu lösen, wenn diese endlich anfangen würden nicht weniger, sondern gar keine Schulden zu machen. Im Falle Griechenlands aber haben wir es mit einem strukturellen und organisationalem Problem zu tun. Das ist unlösbar, weil die Gegebenheiten es nicht zulassen…
Quellen
[1] http://www.teleboerse.de/nachrichten/dossier/finanzen/Parallelen-zu-Griechenland-article849210.html
[2] http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/griechenland-soll-raus-aus-der-euro-zone/1719064.html
19. Oktober 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Politik
Tags: eurozone, griechenland, irrsinn, krise, ökonomen, politik, rating, schulden, schuldenschnitt, sparen

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




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