Apples Coup mit dem iPhone 4S

Zugegeben, mit meinem HTC-Desire habe ich mein erstes echtes Smartphone in der Tasche gehabt. Zuvor war ich noch bei Nokia Stammkunde und hatte zuletzt das N97 mein eigen genannt. Mit dem HTC-Desire hab ich nicht viel falsch gemacht, es war das richtige Handy zur richtigen Zeit. Allerdings hab ich auch dieses Telefon nun quasi zu [...]

Zugegeben, mit meinem HTC-Desire habe ich mein erstes echtes Smartphone in der Tasche gehabt. Zuvor war ich noch bei Nokia Stammkunde und hatte zuletzt das N97 mein eigen genannt. Mit dem HTC-Desire hab ich nicht viel falsch gemacht, es war das richtige Handy zur richtigen Zeit. Allerdings hab ich auch dieses Telefon nun quasi zu Grabe getragen. Denn mich hat das iPhone 4S im Gegensatz zu den ganzen Nerds da draußen, richtig überzeugt. Allerdings ist vielen gar nicht klar, dass Apple nicht mit dem iPhone 4S einen großen Coup gelandet hat. Es geht vielmehr um etwas ganz anderes.

Meine Freunde, die das iPhone 4S bereits in den Händen halten, weil sie sich vor die Shops gestellt haben und eines der ersten Modelle ergattern konnten, schwärmen mir was von Siri. Siri, dass ist dieser “Persönliche Assistent” im iPhone 4S und nur auf dem iPhone 4S. Der beantwortet als künstliche Intelligenz Fragen und reagiert auf Wünsche… Das ist nichts für mich… Ich bin mir weiterhin nicht zu faul etwas einzutippen bei Google, statt es zu sprechen… Warum sollte ich mir also einen “Persönlichen Assistenten” antun, der im Grunde nichts anderes tut als ich selbst… Sind wir schon so faul geworden, dass wir selbst für die einfachsten Dinge ein Programm mit einer künstlichen “Intelligenz” brauchen?

Ich finde nicht. Das sind Gimmicks und Dinge die man im realen Leben eigentlich gar nicht braucht… Wer sein iPhone deshalb gekauft hat, wird schnell irgendwann an die Grenzen des Machbaren stoßen… Und das viel eher als er glaubt… Wenn er dazu auch noch viersprachig unterwegs ist, wie ich, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis das Gerät nicht einmal mehr Namen erkennen kann, die ihm komisch und merkwürdig vorgetragen werden…

Selbst der beste Sprachcomputer bei der Telekom kriegt es nicht hin auf meine deutlichen Worte: “Mikrosim-Karte bestellen” eine vernünftige Antwort zu liefern… Warum sollte “Siri” da etwas anderes können?

Das ist also nicht die Power, die für das iPhone spricht.

Was könnte es dann sein? Der Prozessor? das iOS 5? oder doch die allseits beliebte und überarbeitete Kamerafunktion?

Sicher, die Kamera war für mich wieder ein Grund sich das mal genauer anzuschauen und sollte die Lieferung tatsächlich pünktlich erfolgen, werde ich am kommenden Wochenende ausgiebig Zeit zum Testen und herumspielen haben. Allerdings gibt es leistungsfähigere Kameras in anderen Geräten. Und mal ehrlich, eine Kamera kann man sich auch separat besorgen. Zumal ein junger Mann wie ich, der das Fotografieren zum Hobby gemacht hat, bereits eine klasse Kamera samt Objektiven sein eigen nennt.

Also, was hat mich tatsächlich zum Kauf bewogen?

Eigentlich keines der oben genannten Punkte. Sicher, sie haben alle einen gewissen Einfluss auf die Kaufentscheidung, jedoch lag mein Augenmerk vielmehr auf einer ganz anderen Sache. Diese “Sache” nennt sich iCloud.

Apple hat für diese Sache mehrere Schränke voll mit Hardware und Festplatten aufgerüstet und in jedes iPhone 4S die Technik des iCloud eingebaut. Der Trend in den vergangenen Jahren ging immer wieder hin zur Cloud. Also zur Wolke. Die Daten wurden auf fremden und teilweise auch nicht überprüfbaren Servern irgendwo gespeichert. Apple hat diese Entwicklung beobachtet und sie, um es einfach zu sagen, fest in seine Produkte mit eingeplant.

Mit dem iPhone 4S werden die Kunden künftig stärker an das Unternehmen gebunden sein. Ich persönlich wollte das eigentlich gar nicht, aber mit der iCloud kommt eine Lösung, von der ich schon immer geträumt habe und die zudem sehr einfach funktionieren wird.

Auch das werde ich versuchen, sobald mein Exemplar endlich ankommt, zu testen – natürlich werde ich auf das hochladen von sensiblen Daten verzichten. Aber ein Fallbeispiel wird es zum Beispiel sein, mit dem iPhone unterwegs auf einer Veranstaltung Bilder zu schießen. Wenn das System tatsächlich funktioniert, dann werden diese Bilder per Wi-Fi synchronisiert und ich kann sie später auf dem Mac bearbeiten und anderweitig einsetzen.

Das iCloud – System soll laut Apple – und das ist der Grund warum das Unternehmen den eigentlich Coup mit diesem System errungen hat – sehr einfach und unkompliziert sein. Ich werde es hoffentlich dann mal bald testen können und dann werde ich auch sehen ob es tatsächlich den eigenen Ansprüchen genügt. Bisher war ich nämlich immer auf der Suche nach einer einfachen Cloud – Lösung für meine Endgeräte, es scheiterte aber immer an den unterschiedlichen Herstellern. Mit dem iPhone 4S werde ich zumindest für mich eine Lücke schließen und durchaus ein funktionierendes Netz an Endgeräten aufgebaut haben.

Ich hätte dann ein komplettes System mit iTunes, Fotos, Kontaktdaten, Kalendern, Büchern, Mails und Dokumenten, dass auf all meinen Geräten immer synchron wäre, dass aber auch immer ein eigenes Backup hat. Ich finde diese Abhängigkeit in die sich die iPhone Kunden zwangsläufig dann begeben werden, wird Apple weiterhin dazu verhelfen eine der größten Marken der Welt zu sein. Die strategische Ausrichtung der Kundenbindung hat dabei aus meiner Sicht erst begonnen…

16. Oktober 2011,

Kategorie(n): Gedanken
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3 Antworten zu “Apples Coup mit dem iPhone 4S”

  1. Abum sagt:

    hey bin zufällig an dein blog geraten (über Lina)
    lässt sich super lesen, endlich mal kein übliches iphone bashing oder fan gelaber, einfach und schlicht und einfach gehalten.

    hab gestern abend ios5 auf mein iphone4 geladen, die einrichtung der cloud hat keine 20 sekunden gedauert, und wenn alles klappt wie es soll, dann ist das ne feine sache.
    vor allem hat mir gefallen das die kostenlosen 5gb sich zwar wenig anhören, dabei die apps und musik ja nicht mit berechnet werden, von daher super sache)

    bin mal gespannt auf deinen ersten bericht nachdem du das schöne gerät ausprobiert hast.

    Ciao

  2. Nermin sagt:

    Ich benutze seit über einem Jahr die “UbuntuOne” Andriod App, sie lädt in Windeseile die geschossenen Bilder in die Cloud und ich kann sie sofort auf meinem Desktop sehen und bearbeiten. So wirklich neu ist das nicht, es ist wie immer Apple’s Kunst, daraus einen Hype zu machen.

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