Präsentationen, Vorträge, Reden – Ablesen ist ein No-Go, auswendig lernen aber auch…
Immer wieder fällt mir auf, dass eine Präsentation, ein Vortrag oder auch eine Rede überhaupt nicht gelungen ist. Die Personen werden allerdings oftmals gar nicht danach bewertet wie die Präsentation wirkte, sondern nach dem Inhaltlichen. Dabei sollte es ein Standard sein, dass Präsentationen auch ansprechend gestaltet werden müssen, was vor allem dem Publikum sehr entgegen [...]
Immer wieder fällt mir auf, dass eine Präsentation, ein Vortrag oder auch eine Rede überhaupt nicht gelungen ist. Die Personen werden allerdings oftmals gar nicht danach bewertet wie die Präsentation wirkte, sondern nach dem Inhaltlichen. Dabei sollte es ein Standard sein, dass Präsentationen auch ansprechend gestaltet werden müssen, was vor allem dem Publikum sehr entgegen kommen würde. Statt eines stupiden Ablesens muss es dem Vortragenden um die Aufmerksamkeit des Publikums gehen. Und solches Bemühen sollte durchaus in die Note mit einfließen.
Die Monotonie ist der Präsentation sein Tod. Ein Spruch den meine Lehrerin im Fach Darstellendes Spiel immer mal wieder zu mir sagte – Vielleicht ist das ein Grund warum mir am richtigen Auftritt immer etwas liegt. Aber kommen wir zu unserem heutigen Thema.
Grundsätzlich sollte Jemand der einen Vortrag hält darauf achten, eine klare und prägnante Sprache zu benutzen. Er sollte vor allem laut und deutlich sprechen (nicht nuscheln!) und auf eine natürliche Intonation achten.
Was auch nicht gut wirkt ist, wenn der Text so vorgetragen wird, dass man annehmen muss, dass der Vortragende seinen Text auswendig gelernt hat. Es ist viel besser frei zu formulieren, denn da formuliert man nämlich auch mal zögerlich. Das wirkt dann eben sehr natürlich und nicht stupide auswendig gelernt. Auch ist es wichtig nicht den Eindruck zu erwecken, als lese man gerade einfach mal vor, was man notiert hat.
Ich kenne leider viele Vortragende, die weiterhin zu Beginn einer Präsentation es nicht schaffen frei zu sprechen. Dabei ist das etwas grundsätzliches. Wer schon zu Beginn abliest und den Blickkontakt mit dem Publikum meidet, der kann später nicht erwarten, dass das Publikum sich angesprochen fühlt, geschweige denn noch überhaupt sich einbinden lässt.
Man sollte ruhig auch mal dem Publikum Dinge vortragen, die schon bekannt sind und sie noch einmal intensiv darauf hinweisen. Das weckt Interesse und bindet das Publikum an den Vortragenden und den Vortrag.
Natürlich hat jede Präsentation auch seine eigenen Phasen wo man auch verschieden vorgehen muss. Beispielsweise macht es wenig Sinn zu Beginn einer Präsentation bereits mit Manuskript zu stehen und herauszulesen. Viel wichtiger sollte sein, dass man zunächst eine Einführung gibt, wie der Ablauf sein wird, was man genau gemacht hat (wie ist man vorgegangen?) und was man heute überhaupt präsentieren wird.
In der Regel ist es leider so, dass die Präsentatoren hingehen, was an die Tafel schreiben und fertig. Machen Sie das bitte nicht! Viel besser ist es zum Beispiel eine Gliederung und einen Überblick, im Anschluss an die Ausführungen was man gemacht hat, zu zeigen. Das Publikum bekommt so grob mit was jetzt alles dran kommt, es kann sich von Anfang an daran orientieren und sich schon mal darauf einstellen.
Was auch gut ankommt ist es eine solche Gliederung immer wieder hervorzuholen um auch noch einmal drauf zu deuten in welchem Abschnitt der Präsentation man sich gerade befindet.
Im Hauptteil der Präsentation sollte man auf jeden Fall so sprechen, dass man wieder sehr verständlich ist aber auch die Zuhörer direkt anspricht. Ein Wechsel zwischen Tempo und Lautstärke der Sprache ist durchaus sinnvoll und sollte immer wieder, um Aufmerksamkeit zu generieren, gemacht werden. Vergessen sie nicht, dass ihre Sprache sich natürlich an dem Objekt, der Sache, orientieren muss.
Gute Redner und Präsentatoren nutzen Pausen und Tempoänderungen übrigens sehr gekonnt um Akzente zu setzen. Schauen sie sich z.B. bestimmte rhetorisch einwandfrei sprechende Politiker an. Diese machen absichtlich Pausen um Dinge zu betonen, wechseln oft das Sprachtempo in Reden um ihrem Anliegen bessere Geltung zu verschaffen. Hinzu kommt, dass Pausen auch den Zuhörern die Möglichkeit geben zum Mitdenken.
Etwas ganz schlimmes was es aber auch gibt muss ich dann doch kurz erwähnen… Das “Horror Vacui” sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Die Angst des Redners vor der Stille. Denn die Stille bringt ihnen oftmals die richtige Aufmerksamkeit für wichtige Akzente im Vortrag.
Zum Schluss: Bewegen sie sich frei im Raum, klammern sie sich nicht an einen Beamer, an eine Tafel, sondern gehen sie auf die Medien zu, und bewegen sie sich sonst frei im Raum.
Wenn dann auch noch der Inhalt stimmt, haben sie es genau richtig gemacht
28. September 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Schule und Co.
Tags: ablesen, auswendig, bewegen, frei, pausen, präsentation, sprache, tempo, text, vortrag

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




“Die Personen werden allerdings oftmals gar nicht danach bewertet wie die Präsentation wirkte, sondern nach dem Inhaltlichen.”
Ich hoffe, du siehst das nicht als ein Nachteil an, dass Arbeiten nach ihrem Inhalt und nicht nach der Form ihrer Präsentation beurteilt werden??
Doch, es ist ein gewaltiger Nachteil, weil diese Form der Benotung allen Leuten, die grottenschlecht referieren, trotzdem eine gute Note bescheren… Ich finde es sollte mindestens eine 25% Bewertung der Präsentationsleistung geben… Sonst bekommen auch Personen wie erst kürzlich bei mir im Seminar, eine 1, die zwar inhaltlich richtig lagen, aber nichts besseres zu tun hatten als uns ganze drei Stunden lang zu quälen… Ich finde durchaus, dass man diese Dinge mit in die Bewertung einfließen lassen sollte… Formfehler in schriftlichen Arbeiten werden halt auch geahndet, warum nicht Präsentationsfehler???