Die ewigen Nörgler…
Solche Sprüche kennt Jeder: “Ja, die Moscheen die tun doch nichts.”, “Ja, die machen zwar etwas, aber in Wirklichkeit ist das gar nichts.” oder “Die sollen mal ihren Platz für andere räumen.” – Es sind Sprüche wie diese, die in der Öffentlichkeit sehr häufig vorgetragen werden und ein sehr großes Maß an Zustimmung genießen, obwohl [...]
Solche Sprüche kennt Jeder: “Ja, die Moscheen die tun doch nichts.”, “Ja, die machen zwar etwas, aber in Wirklichkeit ist das gar nichts.” oder “Die sollen mal ihren Platz für andere räumen.” – Es sind Sprüche wie diese, die in der Öffentlichkeit sehr häufig vorgetragen werden und ein sehr großes Maß an Zustimmung genießen, obwohl sie bei näherer Betrachtung keine wirkliche Grundlage haben.
Auch der mittlerweile Ex-Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Yavuz Celik Karahan, musste sich während der ganzen Jahre seiner Amtszeit solche Sprüche gefallen lassen. Obwohl die IGMG vergleichsweise viel tat und auch weiterhin tut, wird ihr ständig von Außenstehenden vorgeworfen sie würde eben nicht genug tun. Karahan hatte hierzu eine passende Geschichte, die er bei seinen Besuchen in der Basis immer mal wieder erzählte.
Er berichtete davon, dass Mimar Sinan, der historisch gesehen größte und bekannteste Architekt der Türkei, einst eine Moschee samt Minarette gebaut hat. Die Bevölkerung in dem Ort begann eines Tages das Gerücht aufzunehmen, die Minarette sei schief. Das ganze verbreitete sich dermaßen schnell und weit über die Grenzen des Ortes hinaus, dass die Menschen überall im Lande wirklich begannen zu glauben die Minarette sei schief. Als Mimar Sinan davon erfuhr reiste er wieder an den Ort und erklärte die Minarette sei schief. Er ließ die Dorfbevölkerung an einem Seil, dass an der Minarette festgebunden hatte, ziehen. Und irgendwann machte er ihnen weiß, sie hätten durch das Ziehen die Minarette (die nie wirklich schief war) wieder gerade gerichtet.
So ist es auch mit den Vorurteilen die uns ständig aufgetischt werden und die ein großes Maß an Zustimmung erhalten – insbesondere was die Arbeit von Verbänden, Moscheen und Vereinen angeht.
Oftmals muss man nur einen Blick auf die Personen werfen, die eine gewisse Kritik an den Tag legen, um zu erkennen, dass das nichts anderes als der verzweifelte Versuch der Selbstinszenierung auf Kosten von Organisationen und Moscheen ist.
Denn tatsächlich sind oftmals die Menschen die eine solche Kritik unbegründet erheben, eben selbst in der gleichen Angelegenheit kläglich gescheitert, und versuchen den schwarzen Peter anderen zuzuschieben. Gleichzeitig gibt es eine Menge an Personen die einfach nur aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen in einem kleinen Rahmen unbegründeter Weise auf eine größere Menge schließen. Hinzu kommt auch die Wortwahl. Man spricht oftmals absolutistisch und verallgemeinernd obwohl man gerade mal eine Moschee-Gemeinde vielleicht kennt.
Trotz alledem gibt es sicherlich und wird es auch weiterhin Punkte geben in denen eine Kritik berechtigt ist. Es liegt dann an den Vereinen, Organisationen und Moscheen diese Probleme anzugehen, aber gleichzeitig muss man fragen was die kritisierenden eigentlich dazu beitragen, das Problem zu lösen.
Oftmals sitzen sie weiterhin nur auf ihrem hohen Ross und sind nicht bereit ihre Hände unter den schweren Stein zu legen um das Problem zu beheben. Diese ewigen Nörgler sind in Wahrheit die ewigen Heuchler. Solche Menschen sollte keiner von uns unterstützen und schon gar nicht fördern. Solche Menschen sollten wir direkt auf ihre Fehler ansprechen und sie zurechtweisen, weil sie sonst eine ganze Gemeinschaft mit ihrer Heuchlerei anstecken können.
In Wahrheit erscheint uns nämlich die Arbeit von Vorständen und Vereinsmitgliedern in Moscheen und Organisationen viel zu seicht und leicht. Dabei geben die meisten Menschen Tag und Nacht alles dafür um wenigstens einen kleinen Teil von einem göttlichen Lohn zu erhalten, der ihnen vielleicht das Tor zum Paradies öffnet.
Oftmals wird ihre wichtige und gute Arbeit nicht genug wertgeschätzt und völlig unbedacht in Frage gestellt. Aber keiner fragt mal nach, was diese Menschen eigentlich alles in Kauf nehmen und aufopfern um diese wichtige Arbeit zu tun. Ist es z.B. ok, dass ein Imam sein Kind höchstens Nachts kurz vor dem Schlafengehen sieht, weil er für einen niedrigen weltlichen Lohn das Gebet in der Moschee noch zu später Stunde leitet?
Wir vergessen allzuoft, dass jeder Einzelne in diesen Organisationen etwas aufopfert. Was aber opfern wir? Was tragen wir überhaupt dazu bei? Kritisieren wir allein um der Kritik willen? Ich hasse Menschen, die ihre Geschwister kritisieren ohne wirklich einen Grund dafür zu haben. Ich hasse sie vor allem deshalb, weil sie ihren Geschwistern Unrecht tun…
28. September 2011, Akif Sahin
Kategorie(n): Islam
Tags: arbeit, heuchler, kritik, menschen, moschee, muslime, nörgler, verband, verein, vorurteile

Kennt sich aus mit den Themen Internet, Islam, Medien und Politik. Schießt für sein leben gerne Fotos und bearbeitet sie anschließend am Bildschirm. Ist seit Jahren in der muslimischen Jugend- und Studentenarbeit aktiv.




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